Verschiedene Gewächshaus-Typen im Detail

kleines Gewächshaus
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Gewächshäuser bieten grundsätzlich deutliche Vorteile. Einerseits erhalten sämtliche Pflanzen einen wirkungsvollen Schutz vor stark wechselnder Witterung, andererseits ist die Anzucht von Gemüse, Zierpflanzen und generell empfindlichen Gewächsen erheblich erfolgreicher. Dies begründet sich auf dem Treibhauseffekt innerhalb von Gewächshäusern. Die Erwärmung erfolgt in kurzer Zeit und die Temperatur wird beibehalten. Gemüsesamen lassen sich daher viel früher aussäen und die Erntezeit kann verlängert werden.

Das Wichtigste in Kürze

Ein Gewächshaus ermöglicht, dass ganzjährig unter anderem selbst gesätes Gemüse, Kräuter, junge Obstbäume sowie tropische wie auch empfindliche Gewächse heranzuziehen sind. Wichtig ist im Vorfeld:

  • Standort: Oft ist eine Ausrichtung in Nord-Süd-Richtung ideal.
  • Größe des Gewächshauses: Ist die Fläche zu klein, lassen sich die Bauten nicht effektiv ausstatten. Es sollten mindestens 5 Quadratmeter Grundfläche zur Verfügung stehen. Werden Kübelpflanzen eingestellt, ist auf eine ausreichende Höhe zu achten.
  • Material: Für den Rahmen von Gewächshäusern haben sich primär Alu-Profile oder auch Stahlprofile bewährt. Selbst konstruierte Modelle oder Bausätze sind auch aus massivem Holz möglich.
  • Standfestigkeit: Zum Schutz der gewählten Konstruktion vor Witterung, ist ein Beton-Fundament empfehlenswert.
  • Heizung: Um ein Gewächshaus im Winter zu erwärmen, ist ein elektrischer Heizlüfter oder alternativ eine Propangas-Heizung ideal.
  • Bewässerung: Für eine gleichmäßige Bewässerung, die wenig eigenen Aufwand erfordert, haben sich sogenannte Perlschläuche erwiesen. Das Wasser wird direkt an die Wurzeln geführt.

Unterschiedliche Modelle zur individuellen Verwendung

Gewächshäuser sind als unterschiedliche Typen erhältlich. Dazu gehört das klassische freistehende Gewächshaus, das Frühbeet-Gewächshaus sowie Produkte, die an eine Hauswand angelehnt sind. Traditionelle, abgesenkte Modelle werden kaum noch verwendet.

Frühbeet-Gewächshaus: Hierbei handelt es sich um eine Konstruktion, die meistens über eine Grundfläche zwischen 0,3 Quadratmeter und 1,5 Quadratmeter verfügt. Es eignet sich hauptsächlich zum Vorziehen von unterschiedlichen Pflanzen. Dadurch stehen zur Gartensaison rechtzeitig ausreichend Jungpflanzen zur Verfügung.

Anlehn-Gewächshäuser: Diese Variante erhält ihre Stabilität dadurch, dass die Montage der Breitseite an einer südlichen Hausfassade oder Mauer stattfindet, sodass ausreichend Sonnenlicht absorbiert wird. Denn, die aufgenommen Wärme wird an das Anlehn-Gewächshaus abgegeben, wodurch Energie einzusparen ist. Des Weiteren lässt sich auf diese einfache Weise das Frostrisiko erheblich verringern. Im Sommer wird eine gute Beschattung und Belüftung benötigt.

Freistehendes Gewächshaus: Hierfür wird ein Fundament benötigt, das maximal 80 Zentimeter hoch ist. Auf diese Weise erhält das Bauwerk eine bestmögliche Stabilität. Da rundherum Tageslicht eindringen kann, lassen sich Pflanzenkulturen primär in Töpfen auf Tischen und Regalen platzieren. Besteht ein Boden-bündiges Fundament, werden hier auch ebenerdig Pflanzen gesetzt.

Gewächshäuser exakt abgestimmt lüften

Wie die Zeiten zur Lüftung von Gewächshäusern ausfallen, ist einerseits von den Gewächsen, andererseits den Außentemperaturen abhängig:

  • An heißen, trockenen Tagen werden Tür und Fenster geöffnet, damit der Luftzug Abkühlung bringt.
  • Stehen sehr empfindliche Pflanzen im Gewächshaus, sollte lediglich ein Dachfenster offenstehen.
  • Tür und Fenster sind nachts zu schließen, um eine deutliche Abkühlung zu vermeiden und die Pflanzen so zu schützen.
  • In Nächten, in denen die Außentemperatur mehr als 20 Grad Celsius beträgt, sind so warm, dass das Dachfenster offenbleiben darf.

Optimal Heizen je nach Jahreszeit

Gewächshäuser, die mit Glas oder ähnlich transparenten Materialien gefertigt sind, lassen sich wunderbar beheizen, ohne dass hohe Heizkosten anfallen (Tipp: Gewächshausheizung). Das Glashaus soll dadurch auch im Frühjahr und an Herbst-/Wintertagen optimale Temperaturen aufweisen, die sich zwischen 15 Grad Celsius und 24 Grad Celsius (temperierte Gewächshäuser / Warmhäuser) bewegen. Höhere Temperaturen können Pilzkrankheiten begünstigen. Bei niedrigeren Temperaturen können Wurzelballen schnell absterben.

Um die ideale Temperatur zu erzeugen, bieten sich verschiedene Möglichkeiten an:

  • Gasheizung beziehungsweise Propangasheizung (Flüssiggas-Flaschen)
  • Elektroheizung / Infrarotheizung, die eine Steckdose und Kabel benötigen
  • Petroleum- / Paraffinheizung mit angeschlossenem Tank
  • Pellet- / Holzheizung, welche einen Abgas-Abzug (Schornstein) sowie teilweise einen Stromanschluss benötigen.

Gewächshäuser in verschiedenen Materialien

Gewächshäuser stehen in unterschiedlichen Materialien am Markt zur Verfügung. Doch Produkte, deren Konstruktion durch Alu-Profile stabilisiert ist, weisen eine exzellente Beständigkeit gegenüber Feuchtigkeit auf. Produkte aus Aluminium werden bevorzugt für kleinere Modelle verwendet, um einen eventuellen Standortwechsel ganz unkompliziert durchzuführen. Ein weiterer Vorteil der Alu-Profile ist, dass diese Art Rahmen keine Wartung notwendig macht.

Ausrichtung nach dem Sonnenstand

Im Frühjahr / Winter erreicht die Sonne lediglich einen tiefen Stand, sodass das Tageslicht überwiegend durch die seitlichen Wände eindringt. Daher sollte sich die Längsachse des Bauwerkes in Ost-West-Richtung befinden.

Im Sommer ist dagegen, aufgrund der besseren Lichtausbeute, eine Nord-Süd-Ausrichtung empfehlenswert. Die Sonne steht hoch, sodass die Aufheizung des Gewächshauses über die Dachflächen schneller erfolgt. Für die meiste Zeit der wärmeren Monate kann eine Ausrichtung in Nord-Süd oder auch Ost-West normalerweise gleichviel Sonneneinstrahlung erbringen.

Fazit

Hierzulande ist der Anbau von gesunden Pflanzen oft eine Herausforderung. Daher sind hochwertige Gewächshäuser ein Ort, an dem die unterschiedlichsten Gewächse geschützt gedeihen können. Das Sortiment im Handel ist sehr umfangreich und bietet für jeden Bedarf und jedes Gartenprojekt eine ideale Lösung. Die Materialien der Konstruktionen reichen von traditionellem Holz und Glas über Stahl- und Alu-Profile bis zu Polycarbonat.

Über Kai 44 Artikel
Der "Heimwerker" Kai W. ist auf diesem Projekt der verantwortlicher Redakteur. Mit vielen Jahren Erfahrung in mehreren handwerklichen Bereichen (Feinmechanik, Metallverarbeitung/Fensterbau, Möbel- und Küchenmontage, sowie hausmeisterliche Tätigkeiten) kennt er sich bestens mit verschiedenen Gerätschaften und Arbeitstechniken aus. Bereits seit 2015 betreibt er diverse Projekte zu den Themen Schädlinge, Wohnen & Bauen, Immobilien, Heimwerken und Garten