Drehdurchführung

Hoover Staudamm
Turbinen, z.B. im Staudamm, verwenden Drehdurchführungen | Foto: dott.marco via Twenty20

Definition und Einsatzbereiche von Drehdurchführung

Eine Drehdurchführung wird überwiegend in der Industrie eingesetzt und dient der Übertragung von Medien wie Öl, Fett, Wasser zwischen feststehenden und rotierenden Teilen. Da entsprechend unterschiedliche Anwendungen in Betracht kommen, sind auch die Anforderungen an die Drehdurchführungen unterschiedlicher Funktionsweise einer Drehdurchführung

Durchführungen gibt es in zwei Ausführungen – eine einflutige und eine mehrflutige Ausführung. Ein einflutige finden ihre Anwendung beispielsweise in einem Gartensprinkler, der entweder rotiert oder schwenkt. Eine etwas kompliziertere Anwendung wären sodann die mehrflutige Ausführung, die Hydraulik-Flüssigkeiten unter Anwendung von hohem Druck in einer Antriebseinheit leitet. Ebenso finden „Mini-Exemplare“ von Drehdurchführungen ihre Anwendung in der Halbleiterindustrie und der Medizintechnik.

Einsatzbereiche unterschiedlicher Drehdurchführungen

In der Baumaschinenbranche werden verschiedene Drehdurchführungen eingesetzt. Eine Anwendung wäre die Schnittstelle zwischen dem Oberwagen und dem Unterwagen eines Hydraulikbaggers. Im Oberwagen befindet sich der Antriebsmotor und ebenso das Hydrauliksystem.

Der Oberwagen versorgt die im Unterwagen befindliche Antriebseinheit mit Druckflüssigkeit, die dann die gewünschte Funktion ausübt. Dies bedeutet, dass über die Drehdurchführung der Antrieb des Unterwagens mit Hydrauliköl durch den Oberwagen versorgt wird. So wird der Antrieb mit dem nötigen Öl versorgt und gelangt falls erforderlich auch wieder zurück in den Öltank.

Ein weiterer anspruchsvoller Einsatzbereich wäre bei Werkzeugmaschinen mit von innen gekühlten Werkzeugen zu finden. Hierbei wird das benötigte Kühlschmiermittel ebenfalls durch die Drehdurchführung zu den Stellen geleitet, die für eine reibungslose Funktion zum einen gekühlt und zugleich geschmiert werden müssen.

In der Papierverarbeitungsindustrie werden ebenfalls Drehdurchführungen eingesetzt. In diesem Fall werden große Trockenwarzen mit Dampf beheizt, kondensiert und in Anschluss daran über einen sogenannten Siphon wieder abgeleitet.

Vielfach finden verschiedene Drehdurchführungen im Haushalt ihre Anwendung. Dort befinden sich diese in Haushaltsarmaturen oder Duschköpfe, die schwenkbar sind. Für die Gartenbewässerung werden sie ebenfalls verwendet, um den Wirkungsradius entsprechend zu erhöhen.

Verbaut werden Drehdurchführungen unter anderem auch in bestimmten Fahrzeugmodellen, die über eine Regel- und Überwachungseinheit für den Reifendruck verfügen müssen. Einige Länder machen dies sogar zur Auflage. Dazu zählen unter anderem Lkw und Bussen sowie Militärfahrzeuge.

Bei Fahrzeugen, die mit einer Regelanlage zum Überprüfen des Reifendrucks ausgerüstet sind, wird der Druck permanent im Reifen kontrolliert und gegebenenfalls nachreguliert. Über die Drehdurchführungen werden die sich drehenden Reifen auch während der Fahrt mit Druckluft versorgt.

Hauptbestandteile einer Drehdurchführung

Die Hauptbestandteile sind der drehbare Rotor sowie der Stator, der das Gegenstück darstellt. Der Rotor verfügt gewöhnlich auf der Außenseite einen Arbeitsanschluss – je nach Modell und Ausführung können auch mehrere Anschlüsse zur Verfügung stehen. Mit genau positionierten Ringnuten stehen die Anschlüsse auf der Innenseite des Rotors respektive auf der Außenseite des Stators in Verbindung. Auf der Ringnuthöhe besitzt der Stator wiederum radiale Bohrungen, die folglich in Bohrungen münden, die durch den Stator in Achsrichtung verlaufen.

Zusammenfassung

Drehdurchführungen sind folglich eine mechanische Einheit, um Flüssigkeiten jeglicher Art oder Luft und Gase von einem bestimmten Ausgangspunkt zu einem rotierenden Ziel zu führen, ohne dass das transportierte Medium austreten kann. Einsatz findet die Technik sowohl in der Medizintechnik als auch in der Industrie für Luft und Raumfahrt bis hin zur Baumaschinenindustrie, um hydraulische Antriebe mit enormem Druck zu bedienen.

 

Über Kai 40 Artikel
Der "Heimwerker" Kai W. ist auf diesem Projekt der verantwortlicher Redakteur. Mit vielen Jahren Erfahrung in mehreren handwerklichen Bereichen (Feinmechanik, Metallverarbeitung/Fensterbau, Möbel- und Küchenmontage, sowie hausmeisterliche Tätigkeiten) kennt er sich bestens mit verschiedenen Gerätschaften und Arbeitstechniken aus. Bereits seit 2015 betreibt er diverse Projekte zu den Themen Schädlinge, Wohnen & Bauen, Immobilien, Heimwerken und Garten