Feuchtigkeit in Wänden, Wasser unter dem Estrich oder ein beschädigter Bodenbelag sind zunächst nur sichtbare Hinweise auf einen Gebäudeschaden. Für die Sanierung reicht es nicht aus, diese Spuren zu entfernen. Zuerst muss geklärt werden, wodurch der Schaden entstanden ist, welche Bauteile betroffen sind und ob sich Feuchtigkeit in verdeckte Bereiche ausgebreitet hat.
Welche Maßnahmen für die Sanierung erforderlich sind, hängt vom Schadensbild und den betroffenen Bauteilen ab. Erst wenn die Ursache gefunden und das Ausmaß der Feuchtigkeit bestimmt wurde, kann entschieden werden, welche Trocknungs- oder Sanierungsmaßnahmen sinnvoll sind..
Kurzfassung
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Ursachenfeststellung vor dem Eingriff in Bauteile
Ein Wasserfleck zeigt nicht zwangsläufig den Ausgangspunkt eines Schadens. Flüssigkeit kann entlang von Leitungen, Hohlräumen oder Bauteilschichten wandern und erst an einer anderen Stelle sichtbar werden. Bei einem Leitungswasserschaden ist deshalb zunächst zu prüfen, ob eine Leitung, ein Anschluss oder ein Abfluss undicht ist. Auch beschädigte Abdichtungen, eindringendes Niederschlagswasser oder aufsteigende Feuchtigkeit kommen als Ursache infrage.
Vor umfangreichen Bauteilöffnungen ist daher eine gezielte Ursachenanalyse erforderlich. Je nach Schadensbild kommen Feuchtemessungen und Verfahren zur Leckageortung zum Einsatz. Erst wenn die Herkunft der Feuchtigkeit ausreichend eingegrenzt ist, lassen sich notwendige Öffnungen festlegen. Ungezielte Eingriffe können dagegen intakte Flächen beschädigen, ohne die eigentliche Schadstelle freizulegen.
Schadensaufnahme erfasst auch verdeckte Bereiche
Nach der Ursachenfeststellung folgt die Untersuchung des betroffenen Gebäudebereichs. Sichtbare Verfärbungen oder aufgequollene Oberflächen geben nur einen Teil des Schadens wieder. Wasser kann etwa unter Bodenbeläge gelangen, in Estrichaufbauten eindringen oder Dämmstoffe innerhalb einer Bodenkonstruktion erreichen.
Messungen an verschiedenen Stellen dienen dazu, die Feuchteverteilung einzugrenzen. Zugleich wird geprüft, welche Baustoffe vorhanden sind und wie der betroffene Aufbau konstruiert ist. Diese Angaben beeinflussen die weitere Vorgehensweise. Ein massives Mauerwerk verlangt eine andere Behandlung als eine durchfeuchtete Dämmschicht unter einem Estrich.
In dieser Phase lässt sich auch feststellen, ob Materialien erhalten werden können oder ausgebaut werden müssen. Nicht jeder feuchte Baustoff ist automatisch irreparabel geschädigt. Umgekehrt kann eine äußerlich unauffällige Konstruktion Feuchtigkeit enthalten, die weitere Maßnahmen erforderlich macht.
Trocknung und Wiederherstellung folgen getrennten Arbeitsschritten
Beim Ablauf einer Schadensanierung werden nach Ursachenklärung und Bestandsaufnahme die erforderlichen Arbeitsschritte festgelegt. Trocknungsmaßnahmen und handwerkliche Wiederherstellung sind dabei voneinander zu unterscheiden. Ein neuer Bodenbelag oder Wandaufbau sollte nicht auf Bauteilen ausgeführt werden, deren Feuchtezustand noch nicht ausreichend beurteilt wurde.
Auch organisatorische Punkte gehören in diese Phase. Bei versicherten Schäden können Schadendokumentation, Fotos, Messwerte und Angaben zum Schadenshergang für die Bearbeitung benötigt werden. Bei der Schadenregulierung werden Schäden geprüft und die damit verbundenen Ansprüche bearbeitet. Welche Leistungen tatsächlich übernommen werden, hängt vom jeweiligen Vertrag und Schadenereignis ab.
Trocknung richtet sich nach dem betroffenen Aufbau
Technische Trocknung bedeutet nicht, lediglich ein Entfeuchtungsgerät im Raum aufzustellen. Befindet sich Feuchtigkeit überwiegend in der Raumluft und in zugänglichen Oberflächen, kann eine Kondensationstrocknung eingesetzt werden. Das Gerät führt feuchte Luft über eine gekühlte Fläche, an der Wasserdampf kondensiert und anschließend gesammelt oder abgeführt wird.
Bei niedrigeren Temperaturen oder bestimmten Einsatzbedingungen kommt eine Adsorptionstrocknung infrage. Hier wird Wasserdampf an einem feuchtigkeitsbindenden Material aufgenommen. Liegt Wasser hingegen innerhalb einer Dämmschicht unter dem Estrich, muss dieser Bereich gesondert betrachtet werden. Bei einer Dämmschichttrocknung wird Luft gezielt durch den betroffenen Aufbau geführt oder daraus abgesaugt.
Für Hohlräume können vergleichbare Verfahren erforderlich sein. Welche Technik eingesetzt wird, ergibt sich aus Lage und Menge der Feuchtigkeit sowie aus Konstruktion und Material. Eine allgemeingültige Trocknungsdauer lässt sich deshalb nicht angeben.
Kontrollmessungen zeigen den weiteren Trocknungsbedarf
Die Oberfläche eines Bauteils kann trocken erscheinen, obwohl innerhalb des Materials noch erhöhte Feuchtewerte vorhanden sind. Eine rein optische Beurteilung reicht daher nicht aus, um den Abschluss einer technischen Trocknung festzustellen.
Kontrollmessungen liefern Vergleichswerte zum Feuchtezustand während des Trocknungsprozesses. Abhängig vom Baustoff werden geeignete Messmethoden ausgewählt und Werte an festgelegten Punkten verglichen. Anhand dieser Ergebnisse lässt sich beurteilen, ob weitere Trocknung erforderlich ist oder die nachfolgenden Arbeiten beginnen können.
Feuchtigkeitsschaden und Schimmelbefall sind dabei voneinander zu unterscheiden. Mikrobielles Wachstum kann entstehen, wenn Feuchtigkeit über einen bestimmten Zeitraum vorhanden ist. Ein Feuchtigkeitsschaden führt jedoch nicht zwangsläufig zu Schimmel. Temperatur, Dauer der Feuchtebelastung, Material und weitere Umgebungsbedingungen beeinflussen diese Entwicklung.
Wiederherstellung folgt dem tatsächlichen Bauteilzustand
Nach Abschluss der erforderlichen Trocknung werden beschädigte Bauteile instand gesetzt oder ersetzt. Je nach Schadensbild betrifft das Putz, Trockenbauplatten, Estrich, Dämmstoffe, Bodenbeläge oder Anstriche. Zuvor ausgebaute Bereiche werden entsprechend ihrem konstruktiven Aufbau wiederhergestellt.
Bei größeren Schäden können mehrere Gewerke nacheinander tätig werden. Nachfolgende Arbeiten können erst beginnen, wenn die dafür erforderlichen Vorarbeiten abgeschlossen sind. Ein Bodenbelag kann beispielsweise erst verlegt werden, wenn der Untergrund die dafür notwendigen Voraussetzungen erfüllt. Vergleichbares gilt für Beschichtungen oder Wandaufbauten.
Fazit
Eine Schadensanierung besteht aus klar voneinander abzugrenzenden Arbeitsschritten. Zunächst werden Ursache und Ausmaß des Schadens festgestellt. Darauf folgen je nach Befund Bauteilöffnungen, technische Trocknung und Messkontrollen. Reparatur und Wiederherstellung schließen sich erst an, wenn der Zustand der betroffenen Konstruktion dies zulässt.
Die zeitliche Abfolge richtet sich nach dem jeweiligen Befund. Schadensart, Feuchteverteilung, Baustoffe und Konstruktion bestimmen, welche Maßnahmen erforderlich sind und wann der nächste Arbeitsschritt beginnen kann.